Bayer-USA-Chef warnt vor Ende der US-Subventionen für globale Medikamentenforschung
Sebastian Guth, Chef der Pharmasparte von Bayer in den USA, warnt vor einem Rückzug der USA als globaler Finanzier der Medikamentenforschung. Dies könnte weitreichende Konsequenzen für die Pharmabranche haben.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Sebastian Guth warnt vor einem Rückzug der USA als Hauptfinanzier der globalen Medikamentenforschung.
- Die USA haben bisher durch hohe Medikamentenpreise Innovationen gefördert.
- Ein Rückzug könnte die Forschung weltweit beeinträchtigen.
- Schweizer Pharmaunternehmen müssen ihre Strategien anpassen.
Key Facts
Überblick- Quelle
- NZZ – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 07.10.2026, 05:30
- Rubrik
- Unternehmen
- Schwerpunkte
- Gesundheitswesen unter Druck, Export & neue Märkte
- Einschätzung (KI)
- NeutralPharmabranche und USA
Ausgangslage
Sebastian Guth, seit 2018 Leiter der Pharmasparte von Bayer in den USA, hat das Geschäft in den Vereinigten Staaten massgeblich ausgebaut. Dennoch sieht er die Branche vor grossen Herausforderungen. In einem Interview mit der NZZ warnt er davor, dass die USA ihre Rolle als Hauptfinanzier der globalen Medikamentenforschung zurückfahren könnten. Diese Entwicklung könnte eine Neuordnung der internationalen Pharmalandschaft einleiten.
Guth betont, dass die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA die Pharmabranche vor grosse Herausforderungen stellen. Die Diskussionen um die Senkung der Medikamentenpreise und die Forderung nach mehr Transparenz in der Preisfestsetzung haben die Branche bereits stark beeinflusst. Diese Entwicklungen könnten sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen.
Hintergrund
Die USA haben bisher einen grossen Teil der Forschungskosten für neue Medikamente getragen. Dies geschah durch hohe Preise für Medikamente, die es dem Land ermöglichten, Innovationen zu fördern. Doch dieser Ansatz stösst auf Kritik, sowohl innerhalb der USA als auch international. Guth betont, dass ein Rückzug der USA die Forschung weltweit beeinträchtigen könnte, da andere Länder nicht in der Lage wären, diese Lücke zu füllen.
Was das bedeutet
Unternehmen wie Bayer müssten sich auf eine neue Realität einstellen, in der die Forschungskosten nicht mehr allein von den USA getragen werden. Dies könnte zu einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit führen, aber auch zu höheren Kosten und längeren Entwicklungszeiten für neue Medikamente. Für Schweizer Pharmaunternehmen könnte dies bedeuten, dass sie ihre Strategien anpassen müssen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.
Betroffene Branchen und Berufe
Die Warnung von Sebastian Guth betrifft nicht nur die Pharmabranche direkt, sondern hat auch Auswirkungen auf verwandte Sektoren. Dazu gehören beispielsweise die Biotechnologie, die medizinische Forschung und die Gesundheitsversorgung. Diese Branchen sind eng mit der Pharmaindustrie vernetzt und könnten ebenfalls von einer Neuordnung der Forschungsfinanzierung betroffen sein.
Berufe, die in der Forschung, Entwicklung und Herstellung von Medikamenten tätig sind, könnten ebenfalls Veränderungen erfahren. Dies betrifft Wissenschaftler, Forscher, Ingenieure und andere Fachkräfte, die in diesen Bereichen arbeiten. Die Unsicherheit über die zukünftige Finanzierungslandschaft könnte zu Anpassungen in der Berufsausbildung und -entwicklung führen.
Offene Fragen und nächste Schritte
Eine der grössten offenen Fragen ist, wie die Lücke gefüllt werden könnte, falls die USA ihre Rolle als Hauptfinanzier der Medikamentenforschung zurückfahren. Guths Warnung deutet darauf hin, dass eine internationale Zusammenarbeit notwendig sein könnte, um die Forschung zu finanzieren. Doch wie diese Zusammenarbeit aussehen könnte, ist noch unklar.
Ausblick
Die Zukunft der Medikamentenforschung hängt davon ab, wie sich die Finanzierungslandschaft entwickelt. Guths Warnung deutet darauf hin, dass die Branche sich auf eine Phase der Unsicherheit einstellen muss. Langfristig könnte dies jedoch auch zu einer breiteren Verteilung der Forschungsaktivitäten führen, was der globalen Pharmabranche zugutekommen könnte.
Dazu passt
Zahlen
- Jahr der Übernahme der Leitung der Pharmasparte von Bayer in den USA
- 2018
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Was bedeutet Guths Warnung für die globale Pharmabranche?
Guths Warnung deutet darauf hin, dass die Branche sich auf eine Phase der Unsicherheit einstellen muss. Langfristig könnte dies jedoch auch zu einer breiteren Verteilung der Forschungsaktivitäten führen.
Wie könnte die Schweiz von dieser Entwicklung profitieren?
Die Schweiz könnte von einer Diversifizierung der Forschungsfinanzierung profitieren, da sie selbst ein wichtiger Standort für die Pharmabranche ist.
Begriffe
- Medikamentenforschung
- Die Entwicklung neuer Arzneimittel durch wissenschaftliche Untersuchungen.
- Pharmabranche
- Die Industrie, die sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Arzneimitteln befasst.
Originaltitel: Der USA-Chef von Bayer warnt davor, dass die Amerikaner die Medikamentenforschung der Welt nicht mehr subventionieren wollen: «Wir stehen am Beginn einer Neuordnung»



