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Über 50 Prozent der Schweizer Gemeinden nutzen Microsoft 365 für E-Mails

Eine Studie zeigt, dass über 50 Prozent der Schweizer Gemeinden ihre E-Mail-Kommunikation über Microsoft 365 abwickeln. Gleichzeitig gibt es erhebliche Unterschiede in der IT-Sicherheit zwischen den Kantonen.

Titelbild zu: Über 50 Prozent der Schweizer Gemeinden nutzen Microsoft 365 für E-Mails
Bild: Netzwoche

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • 53 Prozent der Schweizer Gemeinden nutzen US-Cloud-Anbieter für E-Mails
  • Fast alle dieser Gemeinden setzen auf Microsoft 365
  • Knapp 42 Prozent der Gemeinden setzen auf einheimische Anbieter
  • Grosse Unterschiede zwischen den Kantonen bei der Nutzung von US-Clouds
  • Die Studie betont die Bedeutung der digitalen Souveränität und IT-Sicherheit

Key Facts

Überblick
Quelle
Netzwoche
Veröffentlicht
06.10.2026, 13:50
Rubrik
Mobilität
Schwerpunkte
Cyberangriffe & IT-Sicherheit, Digitalisierung & Verwaltung
Quellen
2 berichten darüber
Einschätzung (KI)
NeutralE-Mail-Verkehr und Sicherheit
  1. Ausgangslage

    Mehr als die Hälfte der Schweizer Gemeinden setzen auf Microsoft 365 für ihren E-Mail-Verkehr. Dies geht aus einer Studie hervor, die von der Universität Freiburg, der Hochschule Luzern sowie den Technischen Hochschulen Ingolstadt und Nürnberg durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 2110 Schweizer Gemeinden analysiert.

    Die Studie zeigt, dass 53 Prozent der Gemeinden US-Cloud-Anbieter nutzen. Davon entfallen fast alle auf Microsoft 365, während Google Workspace und Amazon SES nur von 26 Gemeinden verwendet werden. Knapp 42 Prozent der Gemeinden setzen auf einheimische Anbieter.

    Die Untersuchung umfasste insgesamt 15'331 E-Mail-Domains von Gemeinden in den drei Ländern. Dabei wurden DNS-Einträge ausgewertet, die jeweiligen Mailanbieter bestimmt und mehrere Sicherheitsmechanismen geprüft. Bei 93 Schweizer Gemeinden konnte der eigentliche Anbieter nicht bestimmt werden, meist weil vorgeschaltete Sicherheitslösungen die Infrastruktur verdeckten.

  2. Hintergrund

    Die Studie untersuchte nicht nur die Nutzung von Cloud-Anbietern, sondern auch die Sicherheitsmassnahmen der Gemeinden. Dabei wurde festgestellt, dass es grosse Unterschiede zwischen den Kantonen gibt. Während im Kanton St. Gallen 80 Prozent der Gemeinden US-Clouds nutzen, kommen sieben Kantone vollständig ohne US-Anbieter aus.

    Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz zwischen Österreich, wo 67 Prozent der Gemeinden US-Clouds nutzen, und Deutschland, wo nur 7 Prozent auf US-Anbieter setzen. Die Studienautoren betonen die Bedeutung der digitalen Souveränität und die Risiken von Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern.

    Die Studie untersuchte auch die Verbreitung von Sicherheitsstandards wie SPF, DMARC und DANE. Dabei zeigte sich, dass fast alle Gemeinden SPF nutzen, jedoch nur 13 Prozent eine strikte DMARC-Regel aktiviert haben. Dies deutet darauf hin, dass viele Gemeinden zwar grundlegende Sicherheitsmassnahmen ergreifen, jedoch bei der Abwehr von gefälschten Absendern Lücken aufweisen.

  3. Was das bedeutet

    Die Studie zeigt, dass die Schweiz in Bezug auf die Nutzung von US-Cloud-Anbietern eine mittlere Position einnimmt. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind jedoch erheblich. Dies könnte auf unterschiedliche strategische Entscheidungen und Prioritäten zurückzuführen sein.

    Die Unterschiede zwischen den Kantonen könnten auf unterschiedliche strategische Entscheidungen und Prioritäten zurückzuführen sein. Einige Kantone könnten beispielsweise mehr Wert auf digitale Souveränität legen und daher einheimische Anbieter bevorzugen. Andere Kantone könnten sich aufgrund von Kosten oder Verfügbarkeit für US-Cloud-Anbieter entscheiden.

    Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie bei der Wahl ihrer IT-Infrastruktur und E-Mail-Anbieter sorgfältig abwägen müssen. Die Studie zeigt, dass die Sicherheit der E-Mail-Kommunikation von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die Wahl des Anbieters und die Implementierung von Sicherheitsmassnahmen.

  4. Ausblick

    Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die digitale Souveränität zu stärken und die Sicherheit der E-Mail-Kommunikation zu verbessern. Dies könnte durch die Förderung einheimischer Anbieter und die Implementierung strengerer Sicherheitsmassnahmen erreicht werden.

Dazu passt

Zahlen

Gemeinden mit US-Cloud-Anbietern
53 Prozent
Gemeinden mit Microsoft 365
52 Prozent
Gemeinden mit einheimischen Anbietern
42 Prozent
Gemeinden mit DMARC
56 Prozent
Gemeinden mit strikter DMARC-Regel
13 Prozent

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

Fragen und Antworten

Welche Sicherheitsmassnahmen sollten Gemeinden ergreifen, um ihre E-Mail-Kommunikation zu schützen?

Gemeinden sollten strenge SPF- und DMARC-Regeln implementieren, um gefälschte Absender zu verhindern und die Sicherheit ihrer E-Mail-Kommunikation zu verbessern.

Wie können Unternehmen die digitale Souveränität stärken?

Unternehmen können die digitale Souveränität stärken, indem sie einheimische Anbieter unterstützen und strenge Sicherheitsmassnahmen implementieren.

Begriffe

SPF
Ein Standard, der festlegt, welche Mailserver Nachrichten im Namen einer Domain versenden dürfen
DMARC
Ein Standard, der festlegt, wie empfangende Mailserver mit Nachrichten verfahren sollen, bei denen die Absenderprüfung fehlschlägt
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Originaltitel: Mehr als jede zweite Schweizer Gemeinde setzt auf Microsoft