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Schweizer KI-Modell Apertus kämpft mit Kommerzialisierung

Das Schweizer KI-Sprachmodell Apertus wird bisher kaum genutzt. Die Konkurrenz aus den USA und China ist deutlich weiter entwickelt. Der Kanton Tessin und Proton setzen das Modell bereits ein.

Titelbild zu: Schweizer KI-Modell Apertus kämpft mit Kommerzialisierung
Bild: SRF News – Wirtschaft

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Apertus wird bisher kaum genutzt.
  • Kanton Tessin und Proton setzen das Modell ein.
  • US-Konkurrenz ist deutlich weiter entwickelt.
  • Apertus 2.0 soll im Dezember fertiggestellt werden.

Key Facts

Überblick
Quelle
SRF News – Wirtschaft
Veröffentlicht
03.10.2026, 10:24
Rubrik
Technologie
Region
Genf, Tessin, Zürich
Schwerpunkte
Künstliche Intelligenz, Digitalisierung & Verwaltung
Einschätzung (KI)
Neutraldigitale Souveränität
  1. Aktuelle Nutzung

    Apertus wird seit einem Jahr nur selten genutzt. Der Kanton Tessin nutzt Apertus für die Übersetzung von Verwaltungstexten, während das Genfer Technologieunternehmen Proton einen Chat mit Apertus anbietet. Selbst Swisscom, eine frühe Partnerin des Projekts, bevorzugt amerikanische KI-Modelle für ihre Kunden.

    Die Parlamentsdienste erklären, dass andere KI-Modelle besser geeignet sind, da sie sich streng an die gelieferten Dokumente halten. Apertus hingegen neigt dazu, Informationen zu ergänzen, was für die Zusammenfassung von Kommissionsunterlagen nicht ideal ist.

    Die Nutzung von Apertus ist derzeit auf spezifische Anwendungsfälle beschränkt. Der Kanton Tessin nutzt das Modell für Übersetzungen von Verwaltungstexten, was zeigt, dass es in bestimmten Nischen bereits wertvolle Dienste leisten kann. Proton, ein Genfer Technologieunternehmen, bietet seit kurzem einen Chat mit Apertus an, was die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten unterstreicht.

  2. Herausforderungen

    Apertus hat Schwierigkeiten, sich im Markt zu etablieren. Josef Kruckenberg von der Zürcher Digitalagentur Liip erklärt, dass der Markt und die Kunden fertige Produkte erwarten. Aktuell sei Apertus noch ein roher Diamant, der weiterentwickelt werden müsse.

    Einerseits muss das Modell technisch weiterentwickelt werden, um den Anforderungen der Nutzer gerecht zu werden. Andererseits muss es gelingen, die Akzeptanz und das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen. Zudem muss die Abhängigkeit von ausländischen Technologien reduziert werden, um die digitale Souveränität der Schweiz zu stärken.

  3. Ressourcen und Finanzierung

    Die Entwicklung von Apertus wird mit 20 Millionen Franken über vier Jahre finanziert. Im Vergleich dazu investieren US-amerikanische Unternehmen wie OpenAI oder Anthropic Milliarden. Vielmehr gehe es um die digitale Souveränität und die Mitbestimmung bei der KI-Entwicklung.

    Während internationale Konzerne Milliarden in die Forschung und Entwicklung von KI investieren, muss Apertus mit einem Bruchteil dieser Mittel auskommen.

  4. Zukunftsaussichten

    Bis Ende Dezember wird das Training von Apertus 2.0 fertiggestellt. Das neue Modell wird acht- bis zehnmal grösser und leistungsfähiger sein. Im Schweizer Parlament könnte Apertus möglicherweise eine weitere Gelegenheit erhalten, da der Pilotversuch mit der KI-Assistentin Pia nach zwölf Monaten erneut ausgeschrieben wird.

    Die Zukunftsaussichten für Apertus sind vielversprechend. Mit der Fertigstellung von Apertus 2.0 im Dezember wird das Modell deutlich leistungsfähiger und könnte somit eine breitere Akzeptanz finden. Zudem könnte die verbesserte Leistung von Apertus 2.0 dazu beitragen, die Abhängigkeit von ausländischen KI-Modellen zu verringern und die digitale Souveränität der Schweiz zu stärken.

  5. Was das bedeutet

    Apertus ist ein Projekt, das die digitale Souveränität der Schweiz stärken soll. Die Entwicklung von KI-Modellen erfordert jedoch erhebliche Ressourcen und Investitionen, die derzeit nicht im gleichen Mass wie bei internationalen Konkurrenten vorhanden sind.

    Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie bei der Nutzung von KI-Modellen weiterhin auf internationale Anbieter angewiesen sein könnten. Apertus könnte jedoch eine wichtige Rolle bei der Sicherung der digitalen Souveränität spielen.

Dazu passt

Zahlen

Finanzierung
20 Millionen Franken
Grösse von Apertus 2.0
acht- bis zehnmal grösser

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

Fragen und Antworten

Wie stark betrifft Sie die Abhängigkeit von ausländischen KI-Modellen?

Sehr stark

Begriffe

Digitale Souveränität
Die Fähigkeit eines Landes, seine digitale Infrastruktur und Technologien selbst zu kontrollieren.
KI-Modell
Ein Algorithmus, der künstliche Intelligenz nutzt, um Aufgaben zu lösen.

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Originaltitel: Schweizer KI-Sprachmodell – Warum hinkt Apertus der kommerziellen Konkurrenz hinterher?