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Schweizer Vermögensverwalter setzen verstärkt auf KI bei alternativen Anlagen

Schweizer Vermögensverwalter nutzen alternative Anlagen häufiger als ihre europäischen Kollegen. Besonders auffällig ist der hohe Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Portfoliokonstruktion. Gleichzeitig zeigen sie sich bei der Expansion zurückhaltender.

Titelbild zu: Schweizer Vermögensverwalter setzen verstärkt auf KI bei alternativen Anlagen
Bild: finews.ch

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • 77 Prozent der Schweizer Vermögensverwalter nutzen alternative Anlagen.
  • 61 Prozent treffen Anlageentscheide intern.
  • 54 Prozent der Schweizer Berater setzen auf KI-gestützte Instrumente.
  • Nur 30 Prozent planen höhere Allokationen in den nächsten zwölf Monaten.

Key Facts

Überblick
Quelle
finews.ch
Veröffentlicht
07.10.2026, 09:08
Rubrik
Finanzen
Schwerpunkte
Künstliche Intelligenz, Neue Vorschriften & Compliance
Einschätzung (KI)
NeutralKI in der Vermögensverwaltung
  1. Ausgangslage

    Schweizer Vermögensverwalter setzen bei alternativen Anlagen auf interne Entscheidungsstrukturen und künstliche Intelligenz. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sie dabei anders vorgehen als ihre europäischen Kollegen. Während sie intern gefällte Anlageentscheide bevorzugen, nutzen sie KI-Tools intensiver als andere.

    Die Studie «Europe Advisor Survey 2026» von iCapital zeigt, dass alternative Anlagen bei Schweizer Vermögensverwaltern bereits weit verbreitet sind. Allerdings bleibt die Durchdringung gering, da nur wenige Berater für mehr als einen Fünftel ihrer Kunden in Alternativen investieren. Dies deutet darauf hin, dass trotz der breiten Nutzung der Anteil der alternativen Anlagen im Gesamtportfolio noch begrenzt ist.

  2. Hintergrund

    Die «Europe Advisor Survey 2026» von iCapital befragte 380 Finanzfachleute aus fünf europäischen Ländern, darunter 56 aus der Schweiz. Die Studie offenbart, dass 77 Prozent der Schweizer Berater bereits alternative Anlagen wie Private Equity, Private Credit, Immobilien oder Hedgefonds einsetzen. Dies entspricht etwa dem europäischen Durchschnitt.

    Die Befragung umfasst Teilnehmer weltweit, darunter Finanzfachleute aus fünf europäischen Ländern. Die Schweizer Daten basieren auf Antworten von Beratern. Die Studie hebt hervor, dass die Schweiz besonders hohe Anforderungen an die interne Entscheidungsfindung stellt, was den Vertrieb von Produkten für Asset Manager erschwert.

  3. Was das bedeutet

    Die Schweiz sticht durch ihre interne Entscheidungsfindung hervor. Ein Grossteil der Vermögensverwalter verlassen sich auf den Chief Investment Officer oder interne Anlageausschüsse. Nur ein kleiner Teil nutzt Modellportfolios externer Anbieter.

    Die Schweiz weist im europäischen Vergleich eine besonders hohe Nachfrage nach Private Equity auf. Ein Grossteil der Berater interessiert sich dafür. Gleichzeitig zeigt sich ein geringes Interesse an Hedgefonds.

    Für Asset Manager bedeutet dies, dass Produkte in der Schweiz weniger den einzelnen Beratern als vielmehr den internen Gremien überzeugen müssen. Dies erfordert eine gezielte Anpassung der Vertriebsstrategien.

    Für Unternehmen, die alternative Anlagen anbieten, bedeutet dies, dass sie ihre Produkte gezielt auf die Bedürfnisse der Schweizer Vermögensverwalter ausrichten müssen. Dies umfasst nicht nur die Anpassung an interne Entscheidungsstrukturen, sondern auch die Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen an Liquidität und Risikomanagement.

    Die verstärkte Nutzung von KI in der Vermögensverwaltung bietet sowohl Chancen als auch Risiken. Zu den Chancen zählen die Möglichkeit, komplexe Datenmengen schneller und präziser zu analysieren, was zu besseren Anlageentscheidungen führen kann. KI kann zudem helfen, individuelle Kundenbedürfnisse genauer zu erfassen und massgeschneiderte Portfolios zu erstellen.

    Allerdings gibt es auch Risiken. Die Abhängigkeit von KI-Tools kann zu einer Überverallgemeinerung führen, wenn die Algorithmen nicht regelmässig überprüft und angepasst werden. Zudem besteht die Gefahr, dass KI-gestützte Systeme nicht alle Marktentwicklungen korrekt vorhersehen können, was zu Fehlentscheiden führen könnte. Die Schweizer Vermögensverwalter müssen daher sicherstellen, dass sie die Technologie verantwortungsvoll einsetzen.

    Die Studie zeigt, dass Schweizer Vermögensverwalter alternative Anlagen stärker in ihre Portfolios integrieren als ihre europäischen Kollegen. Der hohe Einsatz von KI und die interne Entscheidungsfindung sind dabei zentrale Merkmale.

    Für Schweizer KMU im Finanzsektor bedeutet dies, dass sie sich auf eine zunehmende Nachfrage nach KI-gestützten Lösungen einstellen müssen. Gleichzeitig können sie von der internen Entscheidungsfindung profitieren, indem sie ihre Produkte gezielt an interne Gremien anpassen.

  4. Ausblick

    Trotz der hohen Verbreitung alternativer Anlagen planen einige Schweizer Berater, ihre Allokationen in den nächsten zwölf Monaten zu erhöhen. Gleichzeitig wollen einige ihre Engagements reduzieren. Die Herausforderungen liegen in der Umsetzung, insbesondere beim Mangel an geeigneten Modellportfolios und der Beurteilung von Liquiditäts- und Risikopositionen.

    Die Studie zeigt, dass die Herausforderungen bei der Umsetzung alternativer Anlagen in der Schweiz besonders gross sind. Ein Grossteil der Berater beklagt einen Mangel an geeigneten Modellportfolios. Dies deutet darauf hin, dass die Branche noch erhebliche Anstrengungen unternehmen muss, um die Potenziale alternativer Anlagen voll auszuschöpfen.

Dazu passt

Zahlen

Befragte Vermögensverwalter
56
Interne Entscheidungsfindung
61 Prozent
KI-Einsatz
54 Prozent
Geplante höhere Allokationen
30 Prozent

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

Fragen und Antworten

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Begriffe

Chief Investment Officer (CIO)
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Modellportfolios
Vordefinierte Portfolios, die als Grundlage für Anlageentscheidungen dienen.
Private Equity
Eigenkapital, das in nicht börsennotierte Unternehmen investiert wird.

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Originaltitel: Schweizer Vermögensverwalter setzen bei Alternativen stärker auf KI