Finma stellt Verstösse bei Julius Bär im Zusammenhang mit Signa-Pleite fest
Die Finanzmarktaufsicht Finma hat ein Verfahren gegen die Bank Julius Bär abgeschlossen. Dabei wurden Verstösse gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen im Zusammenhang mit der Signa-Pleite festgestellt.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Finanzmarktaufsichtssbehörde Finma hat bei der Bank Julius Bär Verstösse im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Signa festgestellt.
- Die Bank muss zusätzliche Eigenmittel von 250 Millionen Franken halten.
- Die Finanzmarktaufsicht der Schweiz erwirtschaftet einen Ertrag von etwa zehn Millionen Franken.
- Die Bank hat bereits viele der Sofortmassnahmen ergriffen.
Key Facts
Überblick- Quelle
- SRF News – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 29.09.2026, 09:14
- Rubrik
- Finanzen
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- NegativSigna-Pleite und Verstösse
Ausgangslage
Die Finanzmarktaufsicht Finma hat ein Verfahren gegen die Bank Julius Bär abgeschlossen. Dabei wurden Verstösse gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen festgestellt. Die Untersuchung betraf Kredite an den kollabierten Immobilienkonzern Signa sowie Verbindungen zu zwei politisch exponierten Personen aus Russland. Im Jahr 2024 musste die Bank Kredite im Wert von über 600 Millionen Franken abschreiben.
Die Finma hat festgestellt, dass Julius Bär schwer gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen verstossen hat. Insbesondere in den Bereichen Risikomanagement und Geldwäschereibekämpfung wurden Mängel festgestellt. Es war bereits das fünfte Verfahren gegen die Bank innerhalb von weniger als zehn Jahren.
Hintergrund
Die Untersuchung der Finma wurde durch das hohe Kreditabschreiben von Julius Bär auf Darlehen an den gescheiterten Immobilienkonzern Signa ausgelöst. 2024 schrieb die Bank Kredite in Höhe von über 600 Millionen Franken ab. Zusätzlich stellte die Finma Verstösse im Zusammenhang mit Beziehungen zu zwei politisch exponierten Personen aus Russland fest.
Die Bank hat bereits viele der von der Finma auferlegten Sofortmassnahmen ergriffen. Auf Aufforderung der Finma definierte Julius Bär im Jahr 2025 ihren Risikoappetit neu. Die Bank hat sich von gewissen Kunden getrennt und das Geschäft mit privaten Unternehmenskrediten eingestellt. Die Bank setzte zudem den Wechsel der Personen auf der Stufe der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates um.
Was das bedeutet
Die Verstösse bei Julius Bär zeigen, dass auch etablierte Banken in der Schweiz gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen verstossen können. Die Finma hat in den letzten Jahren verstärkt auf die Einhaltung der Vorschriften geachtet. Die Verstösse bei Julius Bär sind ein weiterer Beweis dafür, dass die Finanzmarktaufsicht ihre Aufgaben ernst nimmt.
Die Verstösse bei Julius Bär haben auch Auswirkungen auf die Reputation der Schweizer Bankenbranche. Die Schweiz ist bekannt für ihre stabile und sichere Finanzmarktaufsicht. Die Verstösse bei Julius Bär könnten das Vertrauen in die Schweizer Bankenbranche beeinträchtigen.
Die Verstösse bei Julius Bär haben auch Auswirkungen auf andere Unternehmen in der Schweiz. Die Finma hat angekündigt, dass sie die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen verstärkt überwachen wird. Unternehmen, die mit Banken zusammenarbeiten, müssen sich auf strengere Kontrollen einstellen.
Offene Fragen und nächste Schritte
Es bleiben einige offene Fragen, insbesondere in Bezug auf die Verfahren gegen die ehemaligen Mitarbeitenden der Bank. Die Finma hat Verfahren gegen drei ehemalige Mitarbeitende eingeleitet, die möglicherweise für Verstösse gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen oder interne Weisungen verantwortlich sind. Es ist unklar, wie diese Verfahren ausgehen werden und welche Auswirkungen sie auf die Bank und die Branche haben könnten.
Für Entscheider in der Bankenbranche ist es wichtig, die Entwicklungen genau zu verfolgen und sich auf mögliche Veränderungen vorzubereiten. Dies könnte die Überprüfung und Anpassung interner Prozesse und Kontrollen, die Schulung von Mitarbeitenden und die Kommunikation mit Kunden umfassen.
Ausblick
Die Bank Julius Bär hat angekündigt, dass sie die von der Finma auferlegten Massnahmen umsetzen wird. Die Bank hat bereits viele der Sofortmassnahmen ergriffen und wird auch in Zukunft auf die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen achten. Die Finma hat angekündigt, dass sie die Einhaltung der Vorschriften weiterhin überwachen wird.
Dazu passt
Zahlen
- Kreditabschreibungen
- 600 Millionen Franken
- Zusätzliche Eigenmittel
- 250 Millionen Franken
- Gewinn, den die Finma einzieht
- 10 Millionen Franken
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Welche Massnahmen hat Julius Bär bereits ergriffen?
Julius Bär hat ihren Risikoappetit neu definiert, sich von gewissen Kunden getrennt und das Geschäft mit privaten Unternehmenskrediten eingestellt. Die Bank hat zudem den Wechsel der Personen im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung abgeschlossen.
Welche Auswirkungen haben die Verstösse auf die Schweizer Bankenbranche?
Die Verstösse bei Julius Bär könnten das Vertrauen in die Schweizer Bankenbranche beeinträchtigen. Die Finma hat angekündigt, dass sie die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen verstärkt überwachen wird.
Welche Auswirkungen haben die Verstösse auf andere Unternehmen in der Schweiz?
Unternehmen, die mit Banken zusammenarbeiten, müssen sich auf strengere Kontrollen einstellen. Die Finma hat angekündigt, dass sie Unternehmen, die gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen verstossen, hart bestrafen wird.
Begriffe
- Aufsichtsrechtliche Bestimmungen
- Vorschriften, die von der Finanzmarktaufsicht erlassen werden, um die Stabilität und Sicherheit des Finanzmarktes zu gewährleisten.
- Risikomanagement
- Prozess zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken, denen ein Unternehmen ausgesetzt ist.
- Geldwäschereibekämpfung
- Massnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Originaltitel: Signa-Pleite – Finma stellt Verstösse bei Julius Bär fest



