Versicherer nutzen Cat Bonds zur Risikoauslagerung
Naturkatastrophen verursachen immer höhere Schäden. Versicherer lagern Risiken zunehmend an Anleger aus. Cat Bonds bieten hohe Renditen, bergen aber auch Verlustrisiken.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Versicherer lagern Risiken durch Naturkatastrophen an Anleger aus.
- Cat Bonds bieten hohe Renditen, bergen aber auch Verlustrisiken.
- Rund jede dritte Schweizer Pensionskasse investiert in Cat Bonds.
- Cat Bonds helfen, das Versicherungssystem robuster zu machen.
- Experten hoffen auf mehr Investitionen in Cat Bonds.
Key Facts
Überblick- Quelle
- SRF News – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 26.09.2026, 07:05
- Rubrik
- Finanzen
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance, Energiekosten & -versorgung
- Einschätzung (KI)
- NegativHochrisikofaktor für Versicherer
Ausgangslage
Naturkatastrophen wie Hurrikane, Erdbeben oder Überschwemmungen verursachen Versicherern und Rückversicherern immer höhere Schäden. Um diese Risiken zu bewältigen, setzen sie vermehrt auf Catastrophe Bonds, kurz Cat Bonds. Diese Finanzinstrumente übertragen Katastrophenrisiken an den Kapitalmarkt.
Die Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen nehmen weltweit zu, was Versicherer vor grosse Herausforderungen stellt. Diese Entwicklungen sind eng mit dem Klimawandel verbunden, der zu extremeren Wetterereignissen führt. Für Versicherer bedeutet dies, dass sie nicht nur höhere Schäden abdecken müssen, sondern auch ihre Risikomanagementstrategien anpassen müssen.
Hintergrund
Cat Bonds funktionieren über Zweckgesellschaften, die bestimmte Katastrophenrisiken an Anleger weitergeben. Diese erhalten attraktive Zinsen, tragen aber gleichzeitig das Risiko von Teilverlusten oder Totalausfällen. Die Renditen liegen je nach Risikoprofil zwischen acht und zwölf Prozent. Der Markt für Katastrophenanleihen wächst stetig, 2025 war ein Rekordjahr.
Die Struktur von Cat Bonds ist komplex, da sie über Zweckgesellschaften abgewickelt werden. Diese Gesellschaften dienen als Zwischenhändler zwischen Versicherern und Anlegern. Die Anleihen sind so gestaltet, dass sie nur dann fällig werden, wenn bestimmte Katastrophenereignisse eintreten. Dies macht sie zu einem spezialisierten Finanzinstrument, das nicht für jeden Anleger geeignet ist.
Was das bedeutet
In der Schweiz investieren mittlerweile rund jede dritte Pensionskasse in Cat Bonds. Der Anteil am Gesamtvermögen bleibt jedoch gering, meist unter zwei Prozent. Insgesamt entspricht dies einem investierten Volumen von etwa fünf Milliarden US-Dollar. Pensionskassen nutzen die Anleihen als gut verzinste Form der Risikodiversifikation.
Für Unternehmen, insbesondere Versicherer und Rückversicherer, bieten Cat Bonds eine Möglichkeit, Risiken auszulagern und das Versicherungssystem robuster zu machen. Für Anleger, vor allem institutionelle wie Pensionskassen, sind Cat Bonds eine attraktive Anlageform mit hohen Renditen, aber auch mit Verlustrisiken.
Für Versicherer bietet die Nutzung von Cat Bonds die Möglichkeit, ihre Bilanzen zu entlasten und Kapital für andere Investitionen freizusetzen. Dies kann insbesondere in Zeiten hoher Schadensfälle von Vorteil sein. Allerdings müssen sie auch sicherstellen, dass sie die richtigen Anleger finden, die bereit sind, die mit Cat Bonds verbundenen Risiken zu tragen.
Cat Bonds sind eine spezielle Form von Anleihen, die Versicherern ermöglichen, Risiken aus Naturkatastrophen an den Kapitalmarkt weiterzugeben. Diese Finanzinstrumente sind besonders attraktiv für institutionelle Anleger, die nach hohen Renditen suchen und bereit sind, Verlustrisiken einzugehen.
Ausblick
Trotz der steigenden Anzahl von Naturkatastrophen bleiben Cat Bonds eine attraktive Anlageform, da sie unabhängig von den Finanzmärkten sind. Experten setzen Hoffnung darauf, dass in Zukunft zusätzliche Finanzmittel in Cat Bonds investiert werden. Ziel ist es, auf diese Weise weitere Risiken an private Anleger zu übertragen. Dies könnte insbesondere in Regionen mit hohem Katastrophenrisiko wie Lateinamerika, Asien und Afrika von Vorteil sein.
Die Zukunft von Cat Bonds hängt stark davon ab, wie sich der Markt für Naturkatastrophenrisiken entwickelt. Wenn die Anzahl und Schwere der Katastrophen weiter zunehmen, könnte die Nachfrage nach Cat Bonds steigen. Gleichzeitig müssen Versicherer und Anleger sicherstellen, dass sie die Risiken angemessen bewerten und verwalten.
Dazu passt
Zahlen
- Renditen
- 8 bis 12 Prozent
- Investiertes Volumen
- 5 Milliarden US-Dollar
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Was sind Cat Bonds?
Cat Bonds sind Anleihen, die Versicherern ermöglichen, Risiken aus Naturkatastrophen an den Kapitalmarkt weiterzugeben.
Wer investiert in Cat Bonds?
Vor allem institutionelle Anleger wie Pensionskassen investieren in Cat Bonds.
Wie hoch sind die Renditen von Cat Bonds?
Die Renditen liegen je nach Risikoprofil zwischen acht und zwölf Prozent.
Begriffe
- Cat Bonds
- Anleihen, die Versicherern ermöglichen, Risiken aus Naturkatastrophen an den Kapitalmarkt weiterzugeben.
- Rückversicherer
- Unternehmen, die Versicherern Risiken abnehmen.
- Pensionskassen
- Institutionelle Anleger, die Altersvorsorgegelder verwalten.
Originaltitel: Teure Naturkatastrophen – Versicherer lagern mit «Cat Bonds» Risiken an Anleger aus



