Gaspreise steigen: Schweizer Gasbranche bereitet sich auf unsicheren Winter vor
Die Schweizer Gasbranche blickt mit Sorge auf den kommenden Winter. Grund sind die angespannten Gasreserven in Europa und die gestiegenen Preise aufgrund des Krieges im Nahen Osten. Die Branche setzt auf alternative Lösungen und erneuerbare Gase.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Gaspreise haben sich seit Jahresbeginn verdreifacht.
- Die Strasse von Hormus ist gesperrt, was die Verfügbarkeit von Flüssiggas (LNG) auf dem Weltmarkt reduziert.
- Die Schweiz hat keine eigenen Gasspeicher und ist auf Importe angewiesen.
- Die Branche setzt auf alternative Gasquellen und erneuerbare Energien.
Key Facts
Überblick- Quelle
- SRF News – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 01.10.2026, 05:59
- Rubrik
- Energie
- Schwerpunkte
- Energiekosten & -versorgung, Neue Vorschriften & Compliance, Export & neue Märkte
- Einschätzung (KI)
- Negativbetrifft Energiepreise
Ausgangslage
Die Preise auf dem Gasmarkt haben sich seit Jahresbeginn erhöht. Der Krieg im Nahen Osten hat die Lage zusätzlich verschärft. Die Strasse von Hormus ist gesperrt, was die Verfügbarkeit von Flüssiggas (LNG) auf dem Weltmarkt reduziert. Die Gasbranche in der Schweiz ist besorgt über die Unsicherheit vor dem kommenden Winter.
Die aktuellen Speicherfüllstände in Europa sind uneinheitlich. Während Deutschland und die Niederlande historisch tiefe Speicherfüllstände aufweisen, sind die Reserven in Frankreich und Italien gut gefüllt. Diese Ungleichheit verstärkt die Sorge um die Versorgungssicherheit in der Schweiz, da das Land stark von Importen abhängt.
Die Sperrung der Strasse von Hormus hat die Lieferketten unterbrochen und die Verfügbarkeit von Flüssiggas reduziert. Dies führt zu einer erhöhten Volatilität auf dem Markt und macht die Planung für die Gasbranche schwieriger.
Hintergrund
Die Schweiz hat keine eigenen Gasspeicher. In den letzten Jahren hat die Branche jedoch Alternativen gesucht. Es gibt die Chance, in einem Notfall Gas aus der Transitleitung, welche von Frankreich über die Schweiz nach Italien verläuft, abzuleiten. Diese Option dient als eine Art Versicherung für die Industrie und das Gewerbe.
Die Gasbranche hat die Chance genutzt, Gas aus der Transitleitung, die von Frankreich durch die Schweiz nach Italien verläuft, in Notfällen umzuleiten. Diese Massnahme zeigt, dass die Branche proaktiv handelt, um mögliche Engpässe zu vermeiden.
Was das bedeutet
Die Schweiz ist weniger anfällig für Turbulenzen auf dem Gasmarkt, wenn sie mehr erneuerbare Gase konsumiert. Klimaneutrale Gase stellen gegenwärtig durchschnittlich 10 Prozent dar, bis 2050 soll dieser Wert 100 Prozent erreichen. Die Branche hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 15 Prozent des Gasverbrauchs durch erneuerbare Gase zu decken.
Die Schweiz ist ein bedeutender Importeur von Biomethan in Europa. Dies zeigt, dass das Land bereits Schritte in Richtung erneuerbarer Energien unternimmt. Die inländische Produktion von Biogas könnte bis 2030 voraussichtlich verdoppelt werden. Dies würde die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weiter reduzieren und die Versorgungssicherheit erhöhen.
Die Umstellung auf erneuerbare Gase ist ein langfristiger Prozess, der nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern auch die Umweltbelastung reduziert. Die Schweiz hat bereits Fortschritte gemacht, indem sie Biomethan importiert und die inländische Produktion fördert. Dies trägt dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Energiewende voranzutreiben.
Für Unternehmen in der Schweiz bedeutet die aktuelle Lage, dass sie sich auf mögliche Preisschwankungen und Knappheit einstellen müssen. Die Gasbranche hat jedoch Massnahmen ergriffen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Unternehmen können sich auf alternative Gasquellen und erneuerbare Energien konzentrieren, um langfristig unabhängiger zu werden.
Die aktuelle Lage auf dem Gasmarkt ist durch geopolitische Spannungen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen geprägt. Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist ein wichtiger Schritt zur Versorgungssicherheit und zur Reduktion der CO2-Emissionen.
Ausblick
Die Gasbranche erwartet keine Situation wie 2022, wo die Preise bis auf 340 Euro pro Megawattstunde stiegen. Spezialisten gehen in einem Worst-Case-Szenario von einer weiteren Verdoppelung der Preise aus. Langfristig könnte die Umstellung auf erneuerbare Gase die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren und die Versorgungssicherheit erhöhen.
Dazu passt
Zahlen
- Gaspreis
- 73 Euro pro Megawattstunde
- Ziel erneuerbare Gase bis 2050
- 100 Prozent
- Ziel erneuerbare Gase bis 2030
- 15 Prozent
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Wie kann die Schweiz ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren?
Durch die Umstellung auf erneuerbare Gase und die Förderung der inländischen Produktion von Biogas.
Was sind die Risiken einer Knappheit an Gas?
Höhere Preise und mögliche Lieferengpässe, die die Wirtschaft und die Haushalte belasten können.
Begriffe
- Flüssiggas (LNG)
- Erdgas, das verflüssigt und somit transportfähig gemacht wird.
- Biomethan
- Gas, das aus Biomasse gewonnen wird und klimaneutral ist.
Originaltitel: Wichtiges Erdgas – Schweizer Gasbranche schaut mit Sorge auf den kommenden Winter



