Zürich als Wirtschaftsstandort unter Druck: Banken und Industrie ziehen ab
Zwei Banken verlassen Zürich, während gleichzeitig Hunderte Stellen in der Industrie abgebaut werden. Experten diskutieren, ob der Wirtschaftsstandort an Attraktivität verliert.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Zwei Banken verlassen Zürich, Hunderte Stellen in der Industrie werden abgebaut.
- Unterschiedliche Ursachen, aber gemeinsame Faktoren wie Steuern, Mieten und Infrastruktur.
- Gewinnsteuern in Zürich höher als in anderen Kantonen.
- Gefahr, dass andere Unternehmen nachziehen könnten.
- Stadt Zürich muss handeln, um Attraktivität zu erhalten.
Key Facts
Überblick- Quelle
- SRF News – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 01.10.2026, 14:11
- Rubrik
- Finanzen
- Region
- Aargau, Zug, Zürich
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance, Lieferketten & Beschaffung, Export & neue Märkte
- Einschätzung (KI)
- Negativbetrifft Zürcher Wirtschaft
Ausgangslage
Die Stadt Zürich steht vor grossen Herausforderungen. Innerhalb kurzer Zeit haben zwei Banken, Vontobel und Cembra Money Bank, ihren Standort verlassen. Gleichzeitig müssen Medizintechnikkonzern Zimmer Biomet und Burckhardt Compression Hunderte Stellen abbauen. Diese Entwicklungen werfen Fragen über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Zürich auf.
Die Abwanderung der Banken und die Stellenstreichungen haben unterschiedliche Ursachen. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, die zur Sorge Anlass geben. Unternehmen kommunizieren oft nur einen Teil der Gründe für ihre Entscheidungen öffentlich. Dies macht es schwierig, ein klares Bild zu zeichnen.
Die Stadt Zürich muss sich fragen, ob sie weiterhin in der Lage ist, Unternehmen anzuziehen und zu halten. Dies könnte sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt auswirken.
Hintergrund
Die Gründe für die Abwanderung und die Stellenabbau-Massnahmen sind vielfältig. Bürokratische Hürden, Verfügbarkeit und Kosten von Büroflächen sowie hohe Löhne spielen eine Rolle. Auch die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Verkehrsanbindung und die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeitender sind wichtige Faktoren. Gewinnsteuern sind ebenfalls ein entscheidender Punkt, auch wenn sie selten der einzige Grund für einen Umzug sind.
Die Unterschiede in den Gewinnsteuern zwischen den Kantonen sind beträchtlich. In Baar ZG, wohin Vontobel zieht, beträgt die Gewinnsteuer rund 12 Prozent. In der Stadt Zürich beträgt sie 19,5 Prozent. In Baden AG, wohin Cembra zieht, liegen sie bei rund 15 Prozent. Diese Unterschiede können für Unternehmen zweistellige Millionenbeträge an Steuersparungen bedeuten.
Die Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitenden ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Unternehmen benötigen Fachkräfte, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Stadt Zürich muss sicherstellen, dass sie über ein ausreichendes Angebot an qualifizierten Arbeitskräften verfügt.
Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein entscheidender Faktor. Die Verkehrsanbindung spielt dabei eine grosse Rolle. Unternehmen benötigen eine gute Infrastruktur, um ihre Geschäftsprozesse effizient gestalten zu können. Die Stadt Zürich muss in diesem Bereich investieren, um ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort zu erhalten.
Was das bedeutet
Die aktuellen Entwicklungen sind ein ernstes Problem für die Stadt Zürich. Der Verlust von Steuerzahlern und Arbeitsplätzen ist ein ernstes Problem. Die grösste Gefahr besteht darin, dass andere Unternehmen nachziehen könnten. Dies könnte dazu führen, dass andere Firmen nachziehen könnten.
Die Gewinnsteuern in Zürich sind im schweizweiten Vergleich hoch. Allerdings sind sie nicht der einzige Grund für die Abwanderung. Themen wie fehlender bezahlbarer Wohnraum, hohe Mieten, Verkehrsprobleme und fehlende Flächen sind mindestens genauso wichtig. Städte können oft nicht kurzfristig auf diese Probleme reagieren.
Wenn Unternehmen aus Zürich abwandern, könnte dies einen Dominoeffekt auslösen. Andere Städte müssten sich auf ähnliche Herausforderungen einstellen.
Die Schweizer Wirtschaft insgesamt könnte von diesen Entwicklungen betroffen sein. Dies könnte sich negativ auf die Beschäftigung und die Steuereinnahmen auswirken.
Für Unternehmen in Zürich bedeutet dies, dass sie ihre Standortentscheidungen sorgfältig überdenken müssen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Attraktivität des Standorts Zürich nicht mehr selbstverständlich ist. Unternehmen müssen abwägen, ob die Vorteile eines Umzugs in andere Kantone die Nachteile überwiegen.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass der Wirtschaftsstandort Zürich unter Druck steht. Die Abwanderung von Unternehmen und der Abbau von Stellen werfen Fragen über die Zukunft des Standorts auf. Es ist wichtig, die Gründe für diese Entwicklungen zu verstehen, um gezielte Massnahmen ergreifen zu können.
Ausblick
Es bleibt abzuwarten, ob die aktuellen Entwicklungen ein Trend werden. Die Stadt Zürich muss handeln, um ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort zu erhalten. Dies erfordert eine umfassende Strategie, die nicht nur auf Steuersenkungen, sondern auch auf die Verbesserung der Infrastruktur und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums abzielt.
Dies könnte zu einer besseren Verteilung der wirtschaftlichen Aktivitäten führen und die Lebensqualität der Mitarbeitenden verbessern.
Dazu passt
Zahlen
- Gewinnsteuer Baar ZG
- 12 Prozent
- Gewinnsteuer Stadt Zürich
- 19.5 Prozent
- Gewinnsteuer Baden AG
- 15 Prozent
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Welche Faktoren spielen bei der Standortentscheidung eine Rolle?
Bürokratische Hürden, Verfügbarkeit und Kosten von Büroflächen, Löhne, Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeitender, Verkehrsanbindung, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Gewinnsteuern.
Warum ziehen Unternehmen weg?
Unternehmen kommunizieren oft nur einen Teil der Gründe öffentlich. Meist spielen mehrere Faktoren zusammen.
Begriffe
- Gewinnsteuer
- Steuer auf den Gewinn eines Unternehmens.
- Bürokratische Hürden
- Administrative Hindernisse, die Unternehmen bei ihren Aktivitäten behindern.
Originaltitel: Zürich unter Druck – Verliert Zürich als Wirtschaftsstandort den Anschluss?



