Immobilienpreise in der Schweiz steigen langsamer, aber weiterhin deutlich
Die Preise für Wohneigentum in der Schweiz sind im dritten Quartal 2026 weiter gestiegen, allerdings in einem etwas langsameren Tempo als in den Vorjahren. Während Wohnungen um 3,9 Prozent teurer wurden, lagen die Preisanstiege bei Einfamilienhäusern bei 2,8 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Preise für Wohnungen stiegen im dritten Quartal 2026 um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- Einfamilienhäuser wurden um 2,8 Prozent teurer.
- Die Zahl der Eigenheimkäufe ging leicht zurück, ebenso das Wachstum des Hypothekarvolumens.
- Die Leerwohnungsziffer sank auf 0,9 Prozent.
Key Facts
Überblick- Quelle
- finews.ch
- Veröffentlicht
- 07.10.2026, 13:58
- Rubrik
- Immobilien
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- NegativBremsspuren bei Preisen
Ausgangslage
Die Immobilienpreise in der Schweiz bleiben auf einem hohen Niveau, zeigen aber erste Anzeichen einer Verlangsamung. Der Immobilienberatungsunternehmens IAZI veröffentlicht den Private Real Estate Price Index. Dieser Index deutet darauf hin, dass die Preise für Wohnungen und Einfamilienhäuser im dritten Quartal 2026 gestiegen sind. Der Anstieg ist jedoch nicht mehr so stark wie in den Vorjahren.
Dies könnte auf eine beginnende Marktberuhigung hindeuten, nachdem in den Vorjahren deutlich stärkere Preisanstiege verzeichnet wurden. Die Entwicklung ist ein wichtiger Indikator für die Stabilität des Immobilienmarktes in der Schweiz.
Hintergrund
Die Preise für Einfamilienhäuser erhöhten sich zwischen Juli und September um 0,7 Prozent, während Eigentumswohnungen um 0,8 Prozent an Wert gewannen. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Anstieg bei Wohnungen bei 3,9 Prozent, bei Einfamilienhäusern bei 2,8 Prozent. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass der Immobilienmarkt weiterhin unter Druck steht, wenn auch die Dynamik nachlässt.
Die hohen Kaufpreise führen dazu, dass viele Haushalte sich Wohneigentum nur noch schwer leisten können. Banken zeigen bei Finanzierungen, wo das Haushaltsbudget knapp wird, mehr Zurückhaltung. Die hohen Kaufpreise führen dazu, dass viele Haushalte sich Wohneigentum nur noch schwer leisten können. Dies könnte langfristig zu einer weiteren Verlangsamung des Marktes beitragen.
Was das bedeutet
Die Nationalbank der Schweiz liess den Leitzins Ende September 2026 unverändert bei null Prozent. Dadurch bleibt die Anziehungskraft von Immobilien als Anlageobjekt bestehen. Die tiefen Zinsen führen dazu, dass die Finanzierungskosten für Hypotheken weiterhin moderat bleiben. Aktuell betragen die Kosten für Festhypotheken mit einer Laufzeit von zehn Jahren etwa 2 Prozent. Hypotheken, die an den variablen SARON-Zins gebunden sind, liegen dagegen leicht über 1 Prozent.
Die moderaten Finanzierungskosten für Hypotheken unterstützen weiterhin die Nachfrage nach Wohneigentum. Allerdings könnte eine mögliche Zinswende in Zukunft die Dynamik am Immobilienmarkt beeinflussen.
Allerdings bleibt die Nachfrage nach Wohnraum aufgrund der geringeren Zuwanderung und des knappen Angebots hoch. Dies könnte zu weiteren Herausforderungen bei der Finanzierung und der Verfügbarkeit von Wohnraum führen.
Für Unternehmen im Immobiliensektor bedeutet die aktuelle Marktentwicklung, dass sie sich auf eine weiterhin angespannte Situation einstellen müssen. Die hohe Nachfrage nach Wohnraum und die knappen Verfügbarkeiten könnten zu weiteren Herausforderungen bei der Projektplanung und Finanzierung führen. Unternehmen müssen sich auf mögliche Anpassungen in ihrer Strategie vorbereiten.
Die aktuellen Entwicklungen am Schweizer Immobilienmarkt spiegeln die langfristigen Trends wider, die durch tiefe Zinsen und eine hohe Nachfrage nach Wohnraum geprägt sind. Die Verlangsamung der Preisanstiege könnte auf eine gewisse Marktberuhigung hindeuten, allerdings bleibt die Situation angespannt.
Für Schweizer KMU im Immobiliensektor bedeutet dies, dass sie weiterhin mit hohen Preisen und einem knappen Angebot rechnen müssen. Dies könnte die Finanzierung und Planung von Projekten erschweren, insbesondere wenn die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin hoch bleibt.
Ausblick
Vorerst ist keine grundlegende Trendwende zu erwarten. Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt hoch, während das Bauvolumen gering ist. Die Leerwohnungsziffer sank per Anfang Juni 2026 auf 0,9 Prozent, was auf einen weiterhin angespannten Markt hindeutet. Besonders knapp bleibt das Angebot bei Mietwohnungen.
Solange die Zinsen tief bleiben und die Bauaktivität gering ist, wird der Druck auf die Preise und die Verfügbarkeit von Wohnraum bestehen bleiben. Eine grundlegende Trendwende ist vorerst nicht in Sicht, was die Planungssicherheit für Unternehmen und Haushalte weiter erschwert.
Dazu passt
Zahlen
- Preisanstieg Wohnungen
- 3,9 Prozent
- Preisanstieg Einfamilienhäuser
- 2,8 Prozent
- Leerwohnungsziffer
- 0,9 Prozent
- Zehnjährige Festhypotheken
- 2 Prozent
- Variable SARON-Hypotheken
- 1 Prozent
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Warum steigen die Immobilienpreise in der Schweiz weiterhin? A: Die tiefen Zinsen und die hohe Nachfrage nach Wohnraum sind die Hauptgründe für die anhaltenden Preisanstiege.
Die tiefe Zinspolitik der Schweizerischen Nationalbank und die hohe Nachfrage nach Wohnraum sind die Hauptgründe für die anhaltenden Preisanstiege.
Warum zeigen sich erste Bremsspuren am Immobilienmarkt? A: Die hohen Kaufpreise und die zurückhaltendere Haltung der Banken bei der Finanzierung führen zu einer leichten Verlangsamung der Nachfrage.
Die hohen Kaufpreise und die zurückhaltendere Haltung der Banken bei der Finanzierung führen zu einer leichten Verlangsamung der Nachfrage.
Begriffe
- Leerwohnungsziffer
- Prozentsatz der leer stehenden Wohnungen im Verhältnis zum Gesamtwohnungsbestand.
- SARON-Zins
- Referenzzinssatz für variable Hypotheken in der Schweiz.
Originaltitel: Immobilienpreise steigen etwas langsamer



