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US-Aktienmarkt: Chancen trotz hoher Bewertungen

John Bailer von BNY Investments sieht weiterhin Potenzial in Dividendenaktien und Regionalbanken. Er warnt jedoch vor überbewerteten KI-Profiteuren. Der US-Markt ist nicht einheitlich teuer, sondern zeigt starke Unterschiede in den Bewertungen.

Titelbild zu: US-Aktienmarkt: Chancen trotz hoher Bewertungen
Bild: finews.ch

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • US-Aktienmarkt zeigt starke Unterschiede in den Bewertungen
  • Dividendenaktien und Regionalbanken sind attraktiv
  • KI-Profiteure teilweise überbewertet
  • Industrie in den USA könnte eine Renaissance erleben
  • Langfristige Chancen bei KI-Produktivitätsgewinnern

Key Facts

Überblick
Quelle
finews.ch
Veröffentlicht
12.10.2026, 08:16
Rubrik
Märkte
Schwerpunkte
Künstliche Intelligenz
Einschätzung (KI)
NeutralUS-Aktienmarkt und KI-Profiteure
  1. Ausgangslage

    Der US-Aktienmarkt befindet sich nahe an Rekordständen, was bei vielen Anlegern die Frage aufwirft, ob die Bewertungen zu hoch sind. John Bailer, Experte bei BNY Investments, sieht dies differenziert. Er betont, dass nicht alle Aktien überteuert sind und es weiterhin attraktive Anlagechancen gibt.

    Bailer betont, dass der S&P 500 nicht einheitlich teuer ist. Die teuersten 20 Prozent der Aktien sind deutlich höher bewertet, während die günstigsten 20 Prozent zu normalen Bewertungen gehandelt werden. Diese Differenzierung ist entscheidend, um Value Traps zu vermeiden und langfristige Renditen zu erzielen. Bailer erwähnt, dass die aktuelle Marktlage an die Technologieblase Ende der 1990er-Jahre erinnert, als bestimmte Sektoren stark überbewertet waren.

  2. Hintergrund

    Bailer bevorzugt Unternehmen, die Dividenden zahlen und diese steigern können. Solche Firmen bezeichnet er als «langweilig», da sie kontinuierlich Wert schaffen, ohne von kurzfristigen Trends getrieben zu werden. Diese Strategie steht im Kontrast zu der aktuellen Begeisterung für KI-Profiteure, die seiner Meinung nach teilweise überbewertet sind.

    Bailer nutzt einen Ansatz, den er als «drei Kreise» bezeichnet. Dieser umfasst die Suche nach Aktien, die in Ungnade gefallen sind, die Erkennung von Geschäftsdynamik oder Katalysatoren für Verbesserungen und die Bewertung der Qualität der Unternehmen. Diese Methode soll helfen, Value Traps zu vermeiden und Unternehmen mit soliden Bilanzen und stabilen Cashflows zu identifizieren. Bailer betont, dass die Kombination aus Bewertung, Geschäftsdynamik und Qualität einen ausgewogeneren Ansatz ermöglicht.

    Bailer betont, dass die Kombination aus Bewertung, Geschäftsdynamik und Qualität einen ausgewogeneren Ansatz ermöglicht. Bailer betont, dass dieser Ansatz besonders in unsicheren Zeiten, wie einer möglichen Rezession, vorteilhaft ist. Er ist bescheiden genug, um zuzugeben, dass Vorhersagen über die Zukunft schwierig sind.

  3. Was das bedeutet

    Die Entwicklung des US-Aktienmarktes hat auch Auswirkungen auf die Schweiz. Schweizer Anleger sind oft in US-Aktien investiert, und die Bewertungen dort beeinflussen die globale Marktstimmung. Die Differenzierung zwischen teuren und günstigen Segmenten ist auch für Schweizer Investoren relevant.

    Die Bewertung von US-Aktien kann daher auch Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft haben.

    Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihre Bewertungen im Auge behalten müssen. Besonders Regionalbanken und Unternehmen mit stabilen Cashflows könnten von der aktuellen Marktlage profitieren. Gleichzeitig sollten sie sich der Risiken bewusst sein, die mit überbewerteten Sektoren wie KI verbunden sind.

    Eine steigende Dividende kann ein Indikator für stabile Cashflows sein und das Vertrauen der Anleger stärken. Bailer betont, dass Verwaltungsräte bei solchen Entscheidungen tendenziell konservativ sind, was zusätzliche Sicherheit bietet.

    Die Bewertung von Aktien ist ein zentrales Thema für Anleger. Die Differenzierung zwischen teuren und günstigen Segmenten ist entscheidend, um Value Traps zu vermeiden und langfristige Renditen zu erzielen.

  4. Ausblick

    Bailer erwartet eine Renaissance der Industrie in den USA, getrieben durch Steuerpolitik und Zölle. Regionalbanken könnten von dieser Entwicklung besonders profitieren. Langfristig sieht er Potenzial in Unternehmen, die KI nutzen, um ihre Produktivität zu steigern, warnt aber vor überhöhten Erwartungen bei Infrastrukturprofiteuren.

    Bailer erwartet, dass Banken und Versicherungen zu den grossen Produktivitätsgewinnern durch KI gehören könnten. Auch das Gesundheitswesen sieht er als Bereich mit Chancen. Langfristig könnten Unternehmen, die KI nutzen, um ihre Produktivität zu steigern, attraktive Renditen erzielen. Allerdings sollten Anleger vorsichtig sein und nicht zu viel für Infrastrukturprofiteure bezahlen, da diese bereits stark bewertet sind.

    Unternehmen, die in den USA produzieren, könnten von Steueranreizen und Zöllen profitieren. Bailer sagt, Regionalbanken hätten Vorteile, wenn sie stark im Kreditgeschäft mit Industrie- und Gewerbeunternehmen tätig sind. Diese Entwicklung könnte ihnen zugutekommen.

Dazu passt

Zahlen

Bewertung
teuerste 20 Prozent der Aktien deutlich höher bewertet
Bewertung
günstigste 20 Prozent des Marktes zu normalen Bewertungen

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

Fragen und Antworten

Welche Aktien sind derzeit besonders attraktiv?

Dividendenaktien und Regionalbanken bieten derzeit gute Anlagechancen.

Warum warnt Bailer vor KI-Profiteuren?

Einige Unternehmen aus diesem Sektor sind seiner Meinung nach bereits überbewertet.

Begriffe

Dividendenaktien
Aktien von Unternehmen, die regelmässig Dividenden zahlen
Regionalbanken
Banken, die regional tätig sind und oft im Kreditgeschäft mit Industrie- und Gewerbeunternehmen engagiert sind
KI-Infrastruktur
Technologische Infrastruktur, die für den Aufbau und Betrieb von KI-Systemen notwendig ist

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Originaltitel: John Bailer: «Wir mögen langweilige Unternehmen»