Über 4300 Fortigate-Firewalls in der Schweiz sind ungeschützt im Internet
Eine Studie zeigt, dass Tausende Firewalls des Herstellers Fortinet in der Schweiz über das Internet zugänglich sind. Gleichzeitig warnen US-Behörden vor einer globalen Cyberangriffskampagne namens "FortiBleed".

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- In der Schweiz sind 4313 Fortigate-Firewalls über das Internet erreichbar.
- Weltweit wurden bereits über 86'600 Geräte in 194 Ländern kompromittiert.
- Rund 60 Prozent der untersuchten Geräte gehören zu kleineren Modellreihen.
- Risikomonitor empfiehlt Unternehmen, Administrationszugänge zu schützen und Firmware zu aktualisieren.
Key Facts
Überblick- Quelle
- Netzwoche
- Veröffentlicht
- 12.10.2026, 13:49
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Cyberangriffe & IT-Sicherheit, Künstliche Intelligenz
- Quellen
- 2 berichten darüber
- Einschätzung (KI)
- NegativSicherheitsrisiko für Firmen
Ausgangslage
Eine Studie zeigt, dass in der Schweiz über 4300 Fortigate-Firewalls ungeschützt im Internet erreichbar sind. Die Untersuchung registrierte in ganz Europa 82'236 öffentlich zugängliche Fortigate-Oberflächen in 42 Staaten.
Die meisten Geräte wurden in Italien, Frankreich und Spanien gefunden. Die Schweiz belegt mit 4313 Geräten den siebten Platz. Weltweit haben Angreifer im Rahmen der Kampagne "FortiBleed" bereits über 86'600 Geräte in 194 Ländern kompromittiert.
Dies erhöht das Risiko von Cyberangriffen erheblich.
Die Studie von Risikomonitor zeigt, dass die Zahl der ungeschützten Firewalls in der Schweiz alarmierend hoch ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Cybersicherheit in Unternehmen zu stärken. Die Untersuchung befasst sich mit Apparaten, welche via ihre Verwaltungs- oder VPN-Oberflächen vom Internet aus erreichbar sind.
Hintergrund
In der Schweiz wurden 4313 Fortigate-Oberflächen erfasst. Risikomonitor analysierte 1455 dieser Geräte näher. Rund 60 Prozent davon waren Modelle aus kleineren Serien. Diese kommen in Arztpraxen, Kanzleien, Handwerksbetrieben oder Filialen zum Einsatz. Es gab 44 Geräte mit veralteter Hardware. Der Hersteller bietet dafür keine Sicherheitsupdates mehr an.
Die untersuchten Geräte verteilen sich auf verschiedene Schweizer Netze. Die meisten Anschlüsse sind Swisscom zugeordnet, gefolgt von Sunrise und WWZ. Risikomonitor betont, dass die Gefahr nicht nur von veralteter Hardware ausgeht. Auch moderne Firewalls sind anfällig für Angriffe, falls ihre Verwaltungs- oder VPN-Oberflächen über das Internet erreichbar sind.
Die meisten der ungeschützten Geräte sind in kleineren Unternehmen und Filialen im Einsatz. Dies zeigt, dass auch kleinere Betriebe von Cyberangriffen betroffen sein können. Die Studie zeigt auch, dass die Gefahr nicht nur von veralteter Hardware ausgeht, sondern auch von aktuellen Firewalls, die unsicher konfiguriert sind.
Was das bedeutet
Die Schweiz ist ein wichtiger Standort für internationale Unternehmen und eine hohe Zahl an ungeschützten Firewalls kann das Vertrauen in die Schweizer Cybersicherheit beeinträchtigen. Die Studie zeigt, dass die Schweiz im europäischen Vergleich gut dasteht, aber dennoch Handlungsbedarf besteht.
Unternehmen sollten Administrationszugänge aus dem öffentlichen Internet entfernen und Fernzugriffe einschränken. Eine starke Zwei-Faktor-Authentifizierung ist ebenfalls empfehlenswert. Betreiber müssen ihre Firmware auf den neuesten Stand bringen und Geräte, die nicht mehr unterstützt werden, austauschen. Diese Massnahmen können das Risiko von Cyberangriffen erheblich reduzieren.
Cyberangriffe auf Firewalls sind eine wachsende Bedrohung für Unternehmen weltweit. Die Studie von Risikomonitor zeigt, dass auch die Schweiz von diesem Problem betroffen ist. Die Nutzung von KI-Diensten durch Hacker erhöht die Komplexität der Bedrohungslage.
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie ihre Firewalls regelmässig überprüfen und sicherstellen müssen, dass sie keine Angriffsfläche bieten. Die Nutzung von KI-Diensten durch Hacker verdeutlicht die zunehmende Komplexität der Bedrohungslage.
Offene Fragen und nächste Schritte
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Frage, wie Unternehmen mit veralteter Hardware umgehen sollen. Die Studie zeigt, dass 44 der untersuchten Geräte veraltete Hardware nutzen, für die keine Sicherheitsupdates mehr verfügbar sind. Unternehmen müssen abwägen, ob sie diese Geräte ersetzen oder alternative Sicherheitsmassnahmen ergreifen sollen. Diese Entscheidung erfordert eine sorgfältige Abwägung der Kosten und des Risikos.
Dazu passt
Zahlen
- Fortigate-Firewalls in der Schweiz
- 4313
- Weltweit kompromittierte Geräte
- 86'600
- Veraltete Geräte in der Schweiz
- 44
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Was sind die Hauptrisiken für Unternehmen mit ungeschützten Firewalls?
Die Hauptrisiken sind Diebstahl und Wiederverwendung von Zugangsdaten, sowie die Kompromittierung der Geräte durch Cyberangriffe.
Begriffe
- Firewall
- Eine Firewall ist eine Netzwerksicherheitslösung, die den Datenverkehr zwischen einem vertrauenswürdigen internen Netzwerk und einem nicht vertrauenswürdigen externen Netzwerk, wie dem Internet, überwacht und kontrolliert.
- VPN-Oberfläche
- Eine VPN-Oberfläche ermöglicht den sicheren Zugriff auf ein internes Netzwerk über das Internet.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung
- Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung erfordert zwei verschiedene Formen der Authentifizierung, um den Zugriff auf ein System zu ermöglichen, beispielsweise ein Passwort und einen Einmalcode.
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Originaltitel: Über 4300 Fortigate-Firewalls in der Schweiz stehen offen im Internet



