Milchschwemme in der Schweiz: Ursachen und Folgen
Trotz schwieriger Bedingungen wie Hitze und Futtermangel gibt es in der Schweiz zu viel Milch. Die Branchenorganisation Milch erklärt die Gründe und die möglichen Auswirkungen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Milchproduktion in der Schweiz liegt trotz schwieriger Bedingungen über dem Vorjahr.
- Winterfutter im Sommer und gutes Gras nach Niederschlägen fördern die Milchproduktion.
- Die Branchenorganisation Milch unterteilt den Markt in A-, B- und C-Milch.
- Die Richtpreise für Milch wurden angehoben, um die Produktionskosten auszugleichen.
- Für das kommende Jahr wird eine Rückgang der Milchmenge erwartet.
Key Facts
Überblick- Quelle
- SRF News – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 13.10.2026, 09:53
- Rubrik
- Wirtschaft
- Schwerpunkte
- Export & neue Märkte, Neue Vorschriften & Compliance, Energiekosten & -versorgung
- Einschätzung (KI)
- NegativÜberproduktion drückt Preise
Ursachen der Milchschwemme
Die Milchproduktion in der Schweiz bleibt trotz widriger Umstände hoch. Im Oktober lag die Menge ein bis zwei Prozent über dem Vorjahr, das bereits sechs bis sieben Prozent mehr Milch als das Vorjahr aufwies. Ein Grund dafür ist die Fütterung der Kühe mit Winterfutter im Sommer. Dieses Futter, bestehend aus hochwertigem Gras vom Frühling, fördert die Milchproduktion. Zudem hat das nach den Niederschlägen gewachsene Gras die Milchmenge weiter erhöht.
Ein weiterer Faktor, der die Milchproduktion beeinflusst, ist die Gesundheit der Kühe. Ein Virus, der im Sommer umging, führte zu einer erhöhten Schlachtung von Kühen. Dies hätte eigentlich zu einer Verringerung der Milchproduktion führen müssen. Allerdings wurde dieser Effekt durch die verbesserte Futterqualität und die Verwendung von Winterfutter ausgeglichen.
Auswirkungen auf den Markt
Die hohe Milchproduktion hat Auswirkungen auf die Preise und die Verarbeitung. Fast die Hälfte der Milch wird zu Käse verarbeitet, der ein wichtiger Exportartikel ist. Der Rest wird zu Produkten wie Butter, Rahm, Joghurt und Quark verarbeitet. Die Branchenorganisation Milch unterteilt den Markt in drei Segmente: A-Milch für den inländischen Markt, B-Milch für den Export und Milchprodukte unter ausländischem Importdruck, sowie C-Milch für Überschussprodukte.
Die Schweiz exportiert einen grossen Teil ihrer Milchprodukte, insbesondere Käse, in die EU.
Preisanpassungen und Zukunftsaussichten
Die Richtpreise für Milch wurden zum 1. Oktober angehoben, obwohl die Milchmenge zu gross ist. Dies geschah auch, um die gestiegenen Produktionskosten der Bauern auszugleichen. Für das kommende Jahr wird erwartet, dass die Milchmenge aufgrund von Mehrschlachtungen im Winter zurückgehen wird. Die Branchenorganisation Milch rechnet damit, dass die Futtervorräte im Winter nicht mehr zur Verfügung stehen werden.
Herausforderungen für die Milchbauern
Die Milchschwemme stellt die Milchbauern vor Herausforderungen. Die hohen Produktionsmengen führen zu Preisdruck, was die Einkommen der Bauern beeinträchtigen kann. Zudem ist der Konsum von Milch in den letzten 25 Jahren stark zurückgegangen. Während vor 25 Jahren im Schnitt 85 Kilogramm Milch pro Person getrunken wurden, sind es heute nur noch 44 Kilogramm.
Allerdings müssen die Bauern auch langfristige Strategien entwickeln, um ihre Betriebe wirtschaftlich stabil zu halten.
Was das bedeutet
Die Milchproduktion ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Schweiz. Die aktuelle Milchschwemme zeigt, wie anfällig die Branche für externe Faktoren wie Wetter und Krankheiten ist. Die Preisanpassungen und die erwartete Rückgang der Milchmenge im kommenden Jahr sind wichtige Massnahmen, um die Stabilität der Branche zu gewährleisten.
Für Schweizer KMU, insbesondere Milchbauern und Milchverarbeiter, bedeutet die Milchschwemme einen Preisdruck und mögliche Einkommensverluste. Die Anpassung der Richtpreise ist eine wichtige Massnahme, um die Einkommen der Bauern zu stabilisieren. Die erwartete Rückgang der Milchmenge im kommenden Jahr könnte die Marktlage entspannen.
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Zahlen
- Milchmenge
- 1 bis 2 Prozent über dem Vorjahr
- Richtpreis A-Milch
- 82 Rappen pro Kilo
- Richtpreis B-Milch
- 61.5 Rappen pro Kilo
- Richtpreis C-Milch
- 29.6 Rappen pro Kilo (bis Ende September)
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Originaltitel: Milchschwemme in der Schweiz – Winterfutter im Sommer – deshalb gaben die Kühe mehr Milch



