Raiffeisen erhöht Konjunkturprognose für die Schweiz deutlich
Raiffeisen Schweiz hat seine BIP-Prognose für 2026 deutlich nach oben korrigiert. Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähiger als erwartet, wobei die Pharma-Branche eine zentrale Rolle spielt. Die Nationalbank könnte bereits im Dezember die Zinsen anheben.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Raiffeisen erhöht BIP-Prognose für 2026 auf 1,7 Prozent
- Pharma-Branche treibt Wachstum, aber mit Unsicherheiten
- SNB könnte im Dezember Zinsen anheben
- Inflation bleibt im Zielband von 0 bis 2 Prozent
- Arbeitslosenquote stabil bei 3,1 Prozent
Key Facts
Überblick- Quelle
- finews.ch
- Veröffentlicht
- 08.10.2026, 07:06
- Rubrik
- Wirtschaft
- Schwerpunkte
- Export & neue Märkte, Neue Vorschriften & Compliance, Energiekosten & -versorgung
- Einschätzung (KI)
- PositivBessere Aussichten für Schweizer Wirtschaft
Ausgangslage
Die Schweizer Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2026 deutlich stärker gewachsen als erwartet. Dies hat zu einer Reihe positiverer Konjunkturprognosen geführt, darunter auch von Raiffeisen Schweiz. Die Bank hat ihre BIP-Prognose für das laufende Jahr von 0,8 auf 1,7 Prozent angehoben.
Die überraschend starken Wirtschaftsdaten des zweiten Quartals haben die Erwartungen der Volkswirte übertroffen. Dies hat zu einer Reihe von Anpassungen in den Konjunkturprognosen geführt, nicht nur bei Raiffeisen, sondern auch bei anderen Instituten. Die Anpassung der Prognose durch Raiffeisen unterstreicht die widerstandsfähige Entwicklung der Schweizer Wirtschaft.
Hintergrund
Die robuste Entwicklung in der Pharma-Branche wird als Hauptgrund für das stärkere Wachstum genannt. Allerdings gibt es Unsicherheiten, ob sich diese Dynamik fortsetzen wird. Produktions- und Forschungskapazitäten könnten in die USA verlagert werden, was die Schweizer Wirtschaft belasten könnte.
Die robuste Entwicklung in der Pharma-Branche ist ein zentraler Faktor für das stärkere Wachstum. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass die lebhaftere Geschäftstätigkeit zumindest teilweise auf eine erhöhte Vorratsbeschaffung zurückzuführen ist. Dies könnte darauf hindeuten, dass Unternehmen versuchen, Lieferkettenproblemen vorzubeugen, was die aktuellen Wachstumszahlen überzeichnet.
Was das bedeutet
Die Schweizer Nationalbank (SNB) erwartet für das Gesamtjahr ein Wachstum zwischen 1,5 und 2 Prozent. Die Inflation bleibt im Zielband von 0 bis 2 Prozent, trotz höherer Energiepreise und eines schwächeren Franken. Die Arbeitslosenquote liegt stabil bei 3,1 Prozent.
Unternehmen profitieren von einer stabilen Nachfrage im Euroraum, was die Exporte stützt. Allerdings belasten höhere Energiepreise und der ungelöste Iran-Konflikt die Konjunktur. Die Zinsmärkte preisen bereits eine allmähliche Abkehr von der Nullzinspolitik ein.
Die aktuelle Konjunkturdynamik in der Schweiz ist stärker als erwartet, was auf die robuste Entwicklung in der Pharma-Branche zurückzuführen ist. Allerdings gibt es Unsicherheiten bezüglich der Nachhaltigkeit dieses Wachstums.
Für Schweizer KMU bedeutet die positive Konjunkturprognose eine stabile Nachfrage, insbesondere im Exportbereich. Allerdings müssen sie sich auf höhere Energiepreise und mögliche Zinserhöhungen einstellen.
Chancen und Risiken für die Schweizer Wirtschaft
Die aktuelle Konjunkturdynamik bietet sowohl Chancen als auch Risiken für die Schweizer Wirtschaft. Zu den Chancen zählt die robuste Nachfrage im Euroraum, die die Exporte stützt. Dies ist besonders wichtig für Schweizer Unternehmen, die stark vom Export abhängen. Zudem könnte eine stabilere Wirtschaftslage Investitionen anregen und die Beschäftigung fördern.
Auf der anderen Seite bergen höhere Energiepreise und der ungelöste Iran-Konflikt Risiken. Die steigenden Energiepreise belasten sowohl Unternehmen als auch Haushalte und könnten die Inflation weiter antreiben. Der Iran-Konflikt könnte zudem zu Lieferkettenstörungen führen, was insbesondere für Unternehmen mit internationalen Lieferbeziehungen problematisch sein könnte.
Offene Fragen und Handlungsempfehlungen für Entscheider
Trotz der positiven Konjunkturprognose gibt es offene Fragen, die Entscheider in Unternehmen und Politik beschäftigen. Eine zentrale Frage ist, ob die starke Dynamik im Pharmasektor nachhaltig ist oder ob es sich um eine vorübergehende Überzeichnung handelt. Unternehmen sollten daher ihre Lieferketten und Produktionskapazitäten genau überwachen und gegebenenfalls anpassen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die mögliche Zinserhöhung durch die SNB. Unternehmen sollten ihre Finanzierungsstrategien überprüfen und sich auf höhere Zinsen vorbereiten. Zudem könnten sich die höheren Energiepreise langfristig auf die Produktionskosten auswirken, was eine Anpassung der Preise oder eine Steigerung der Effizienz erfordern könnte.
Ausblick
Raiffeisen erwartet eine Leitzinserhöhung der SNB bereits im Dezember von 0,00 auf 0,25 Prozent. Für das nächste Jahr wird ein moderateres BIP-Wachstum prognostiziert, auch ohne einen Abbruch der Erholung.
Dazu passt
Zahlen
- BIP-Prognose 2026
- 1,7 Prozent
- Inflation September 2026
- 1,0 Prozent
- Arbeitslosenquote
- 3,1 Prozent
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Welche Rolle spielt die Pharma-Branche für das Wirtschaftswachstum?
Die Pharma-Branche ist ein zentraler Treiber des aktuellen Wirtschaftswachstums in der Schweiz.
Warum könnte die Dynamik im Pharmasektor nachlassen?
Produktions- und Forschungskapazitäten könnten in die USA verlagert werden, was die Schweizer Wirtschaft belasten könnte.
Begriffe
- BIP
- Bruttoinlandsprodukt, misst die wirtschaftliche Leistung eines Landes
- Inflation
- Allgemeine Teuerung, gemessen an der Veränderung des Preisniveaus
- Leitzins
- Zinssatz, den die Nationalbank für die Versorgung der Banken mit Zentralbankgeld festlegt
Originaltitel: Raiffeisen schraubt Konjunkturprognose kräftig nach oben



