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Waadt bevorzugt Epic-Software für Klinikinformationssystem

Der Waadtländer Grosse Rat hat die Einführung der US-Software Epic für die Klinikinformationssysteme der Waadtländer Spitäler genehmigt. Entscheidend waren der Integrationsgrad und die Einführbarkeit der Lösung. Die Finanzierung wurde angepasst, und die Vorgaben zu Datensouveränität und Datenschutz wurden verschärft.

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Bild: Netzwoche

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Der Waadtländer Grosse Rat hat die Einführung der Epic-Software genehmigt.
  • Entscheidend waren der Integrationsgrad und die Einführbarkeit der Lösung.
  • Die Gesamtkosten betragen 207,6 Millionen Franken.
  • Die Finanzierung wurde angepasst, und die Vorgaben zu Datensouveränität und Datenschutz wurden verschärft.

Key Facts

Überblick
Quelle
Netzwoche
Veröffentlicht
12.10.2026, 12:35
Rubrik
Technologie
Region
Waadt
Schwerpunkte
Gesundheitswesen unter Druck, Digitalisierung & Verwaltung, Neue Vorschriften & Compliance
Quellen
2 berichten darüber
Einschätzung (KI)
NeutralIT-Entscheidung im Gesundheitswesen
  1. Ausgangslage

    Der Waadtländer Grosse Rat hat im September 2026 grünes Licht für die Einführung der US-Software Epic als neues Klinikinformationssystem (KIS) gegeben. Die Entscheidung betrifft das Universitätsspital Lausanne (CHUV) sowie elf weitere Waadtländer Spitäler. Die Regierung begründete die Wahl von Epic mit dessen hohem Integrationsgrad und der einfachen Einführbarkeit.

    Die Entscheidung des Waadtländer Grossen Rats, Epic als neues Klinikinformationssystem einzuführen, ist das Ergebnis eines langwierigen Prozesses. Der Kanton Waadt hatte bereits 2024 mit der Suche nach einer Nachfolgelösung für das bisherige System Soarian begonnen. Die Einführung von Epic soll sicherstellen, dass die Waadtländer Spitäler auch nach der Einstellung des Supports für Soarian im Jahr 2027 weiterhin ein zuverlässiges KIS nutzen können.

    Die Wahl von Epic ist auch eine Reaktion auf die zunehmende Komplexität der medizinischen Versorgung. Moderne Klinikinformationssysteme müssen in der Lage sein, eine Vielzahl von Daten zu verarbeiten und zu integrieren, um die Effizienz und Qualität der Patientenversorgung zu verbessern. Epic bietet hier eine umfassende Lösung, die alle relevanten Funktionen in einem System vereint.

  2. Hintergrund

    Die Beschaffung eines neuen KIS beschäftigt den Kanton Waadt seit 2024. Der Genfer Softwarehersteller Kheops hatte gegen die Ausschreibung geklagt, aber das Bundesgericht wies die Beschwerden 2025 ab. Im November 2025 erhielten die Waadtländer Spitäler den Zuschlag für Epic. Die Finanzierungsvorlage beziffert die Kosten für Lizenzen und Dienstleistungen mit 90,8 Millionen Franken.

    Die Wahl von Epic gegenüber dem DPI+ der Genfer Universitätsspitäler (HUG) war nicht unumstritten. Die HUG hatten im Rahmen der Ausschreibung kein detailliertes Angebot eingereicht, sondern lediglich eine allgemeine Präsentation ihrer Lösung. Dies machte einen direkten Vergleich zwischen den beiden Systemen schwierig. Zudem hätten die Waadtländer Spitäler für eine Co-Entwicklung mit den HUG ihre IT-Strategie ändern müssen, was laut Regierung nicht mit dem Zeitplan für die Ablösung von Soarian vereinbar war.

    Die Entscheidung für Epic war nicht unumstritten. Kritiker argumentierten, dass die Wahl eines US-Anbieters langfristige Abhängigkeiten und Risiken mit sich bringen könnte. Insbesondere der US Cloud Act, der US-Technologieunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, Daten an US-Behörden herauszugeben, sorgte für Diskussionen. Die Projektbefürworter heben hervor, dass die Gesundheitsdaten in der Schweiz gespeichert werden sollen.

  3. Was das bedeutet

    Die Entscheidung für Epic ist Teil eines breiteren Trends zur Digitalisierung im Gesundheitswesen. Die Schweiz setzt zunehmend auf integrierte Lösungen, um die Effizienz in Spitälern zu steigern. Gleichzeitig gibt es Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von ausländischen Anbietern und der Datensouveränität.

    Die Einführung von Epic könnte auch Auswirkungen auf die schweizweite Digitalisierungsstrategie haben. Andere Kantone und Spitäler könnten sich von der Entscheidung des Kantons Waadt inspirieren lassen und ähnliche Lösungen in Betracht ziehen. Dies könnte zu einer weiteren Standardisierung und Vereinheitlichung der Klinikinformationssysteme in der Schweiz führen.

    Die Einführung von Epic könnte für andere Schweizer Spitäler und IT-Unternehmen ein Präzedenzfall sein. Unternehmen, die ähnliche Systeme anbieten, müssen sich auf strengere Vorgaben zu Datensouveränität und Datenschutz einstellen. Zudem könnte die Entscheidung die Diskussion über die Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern verstärken.

    Für IT-Unternehmen, die im Gesundheitswesen tätig sind, könnte die Entscheidung des Kantons Waadt auch neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Die Integration und Anpassung von Epic an die spezifischen Anforderungen der Waadtländer Spitäler erfordert möglicherweise zusätzliche Dienstleistungen und Lösungen von lokalen Anbietern. Dies könnte zu einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen internationalen und schweizerischen Unternehmen führen.

  4. Ausblick

    Die Einführung von Epic wird voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die Waadtländer Spitäler müssen sich auf eine langfristige Bindung an die US-Software einstellen. Gleichzeitig wird die Diskussion über Datensouveränität und die Einhaltung des Cloud Act weiterhin relevant bleiben.

    Die Entscheidung des Waadtländer Grossen Rats könnte auch Auswirkungen auf die politische Diskussion über die Digitalisierung im Gesundheitswesen haben. Die Schweiz könnte sich verstärkt mit der Frage beschäftigen, wie sie die Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern reduzieren und die Datensouveränität stärken kann. Dies könnte zu neuen regulatorischen Massnahmen und Initiativen führen, die die Digitalisierung im Gesundheitswesen fördern.

Dazu passt

Zahlen

Gesamtkosten
207,6 Millionen Franken
Investitionskredit für das CHUV
62,5 Millionen Franken
Staatsgarantie für die elf weiteren Spitäler
32 Millionen Franken

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

Fragen und Antworten

Warum hat der Waadtländer Grosse Rat Epic gegenüber dem DPI+ der Genfer Universitätsspitäler bevorzugt?

Der Integrationsgrad und die Einführbarkeit der Lösung waren entscheidend. Epic bietet eine integrierte Lösung, die den Bedarf an Anwendungen von Drittanbietern reduziert.

Begriffe

Klinikinformationssystem (KIS)
Ein System, das alle klinischen und administrativen Prozesse in einem Spital unterstützt.
US Cloud Act
Ein US-Gesetz, das Technologieunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, Daten an US-Behörden herauszugeben.
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Auch berichtet von

Originaltitel: Update: Warum der Kanton Waadt Epic gegenüber der Genfer Spitallösung bevorzugt